Gedankenentsorgung

by italiona
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Über die Schwierigkeit, seine Angewohnheiten zu verändern

Ich hätte nie gedacht, daß Essen einmal eine solche Rolle in meinem Leben einnehmen würde. Bis vor kurzem war es für mich eine notwendige Angelegenheit, die dieser Aufenthalt hier in diesem Körper mit sich brachte.

Nicht, daß ich auch Freude am Essen hatte, nein, es gab auch in der Vergangenheit Gerichte oder schon Fertiges wie Obst und Gemüse, das mir schmeckte und auch Genuß bereitete. Aber ich dachte einfach nicht groß daran, außer wenn ich Hunger verspürte.

Daß sich meine Gedanken nun vermehrt um die Zubereitung und Auswahl meiner Nahrung drehen, führte ich zunächst auf das Zusammenleben mit einem ausgesprochenen Genußmenschen zurück. Das färbt natürlich ab, denn zu zweit schmeckt’s ja bekanntlich besser.Gemüse, aglio, garlic, Knoblauch, food, Stillleben, Tomaten, pomodori, bread, pane, Brot, gesund Nun bin ich aber vorübergehend Alleinesser und denke trotzdem schon kurz nach dem Aufwachen über die Mahlzeiten  für den vor mir liegenden Tag nach. Komisch. Auch für meine neue Aktivität hier kommen mir überwiegend Dinge in den Sinn, die sich ums Essen und seine Zubereitung drehen. Ich hake das mal als unerwartete Veränderung und Eintritt in einen neuen Lebenszyklus ab. Ist doch schön, wenn man in Bewegung bleibt, auch oder gerade im Hinblick auf Vorlieben und Ansichten.


BärlauchEs ist noch gar nicht so lange her, als ich bei einem Waldspaziergang einen feinen Knoblauchgeruch wahrnahm. Sofort folgte ich dem Duft und wurde schnell fündig: Richtig, ich stieß auf Bärlauch, von dem ich mir einige Blätter pflückte und fürs Rührei mit nach Hause nahm. Es heißt, Bärlauch besitze hervorragende Eigenschaften hinsichtlich der Ausleitung von Schwermetallen. Ich weiß nicht, wie er das macht, aber wenn er welche bei mir gefunden hat, kann er sie gerne behalten.

DSCF2021 Bezugnehmend auf den Titel dieses Beitrags sind es ja nicht nur Schwermetalle, die man loswerden sollte, sondern vor allem ungesunde Angewohnheiten und Überzeugungen. Mir scheint, daß ersteres einfacher zu bewerkstelligen ist. Da gibt es Bücher und Internetseiten mit Ratschlägen und Entgiftungsanweisungen, Pillen und Nahrungsergänzungsmittel (war das eigentlich schon mal Unwort des Jahres?) und nach einer gewissen Zeit sollte alles schön leicht sein, was die Metallbelastung angeht. Mit dem Ändern von altem Gedankengut, das unserer Gesundheit abträglich ist, tun wir uns da schon viel schwerer. Die meiste Zeit denkt man ja immerzu das Gleiche, das wurde auch von herkömmlicher, also gesellschaftlich anerkannter, wissenschaftlicher Seite bestätigt. Meist ist man sich dessen nicht mal bewußt. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer! Aufgrund dieser Tatsache fallen Verhaltensänderungen so schwer.

Unser Denkapparat wird die wenigste Zeit angemessen und artgerecht von uns genutzt. Es ist sogar noch schlimmer: Wir werden von IHM benutzt! Albert Einstein drückte es so aus:

Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand sein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft geschaffen, die den Diener verehrt und das Geschenk vergessen hat.

Er macht uns z.B. Glauben, daß „das Leben nicht so einfach ist“. Die meisten Menschen erleben sich in einem täglichen Einerlei, dem sie sich ausgeliefert fühlen, denn „von nichts kommt schließlich nichts“ und überhaupt ist „das Leben kein Zuckerschlecken“.

Aber ist das eigentlich wirklich so? Woher kommen diese Überzeugungen? Strengt sich ‚das Leben‘ in irgendeiner Weise an? Was ist das eigentlich, das Leben?

Zeit für Gedanken – Entsorgung!

Eine Ent – Sorgung bringt in erster Linie bessere Laune mit sich, ohne Sorgen lebt es sich viel angenehmer. Schön gesagt und ich hab leicht Reden…. ?

Ich glaube, Befürchtungen und negative Prognosen jeglicher Art sind nichts anderes als selbst produzierte Hirngespinste, die Zukunft betreffend. Das gleiche gilt natürlich für positive Erwartungen. Beide Szenarien existieren lediglich in unserer Vorstellung, haben aber für unseren Organismus die selben Auswirkungen wie real Erlebtes. Ausschüttung von Hormonen, Neurotransmittern und so. Unser Gehirn macht da keinen Unterschied. Wenn schon Phantasie, dann doch lieber die schöne Variante, oder nicht? Neben dem rein körperlichen Wohlfühlaspekt bringt die Vorstellung einer gewünschten Zukunftsentwicklung auch noch einen anderen, meines Erachtens nach noch größeren Nutzen mit sich:

Energy flows where attention goes.

… mit anderen Worten: Dasjenige wird mehr bzw. größer, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Das funktioniert in jedem Fall und für jeden von uns, ganz gleich, ob wir uns dessen bewußt sind oder nicht. Die Reissäcke kippen sozusagen nicht nur in China um, sondern überall auf unserem schönen Planeten, egal, von wem sie umgestoßen wurden.

 „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.“ Auch in diesem Sprichwort klingt etwas vom erwähnten Prinzip mit, zwar recht derb, aber zutreffend. So werden Reiche immer reicher und Arme ärmer. Es zeigt sich aber auch weniger spektakulär. Wer kennt nicht das Phänomen, daß nach der intensiven Beschäftigung mit einem Thema, z.B. dem Kauf eines neuen Fahrzeugs, nur noch dieses Modell im Straßenverkehr unterwegs zu sein scheint. Als ich vor vielen Jahren schwanger war, traf ich plötzlich täglich Frauen, die Kinderwagen schoben. Es zeigt sich das vor unseren Augen, was uns innerlich bewegt. Unsere Wahrnehmung wird durch unsere ganz persönlichen Raster gefiltert. Und diese Raster sind veränderlich.

Dreht sich unser Denken aber überwiegend um Dinge und Umstände, die wir nicht mögen, werden sich zwangsläufig ebensolche in unserem Leben bemerkbar machen, und zwar umso stärker, je intensiver wir dieser dummen Angewohnheit frönen. Genau DAS ist es nämlich, eine Angewohnheit! Gott sei Dank, denn was man sich angewöhnt hat, kann man sich auch wieder abgewöhnen.

Es sind unsere Urteile und Meinungen über die Umstände, die das Leben als schwer oder angenehm erscheinen lassen.

Es gilt zunächst zu erkennen, daß es oftmals zwar nicht möglich ist, seine Lebensumstände zu ändern, aber immer seinen Blickwinkel darauf. Notwendigerweise muß man sich seiner automatischen Gedankenflut bewußt werden, quasi neben sich stehen und einen Blick von außen auf sich selbst werfen. Dazu sind wir, so scheint es zumindest, als einzige Spezies in der Lage. Darin liegt der Schlüssel zur Veränderung. Sind wir erst einmal daran gewöhnt, unseren Denker, wie Eckhart Tolle den Verstand nennt, zu beobachten, hört der Irrglaube auf, mit ihm eins zu sein. Wir können uns entscheiden, unsere Gedanken zu verändern.

DSCF2639Meiner Meinung nach fließt ‚das Leben‘ als solches einfach vor sich hin. Es geschieht. Die Dinge sind, wie sie sind. Wir haben die Freiheit zu wählen, ob und was wir mögen und was wir ablehnen. Wir entscheiden uns für eine Position und damit gleichzeitig gegen eine unbegrenzte Anzahl anderer Möglichkeiten. Dadurch geben wir unserer Persönlichkeit Ausdruck. Gefällt uns das Resultat unsere Wahl nicht, können wir  jederzeit eine neue, andere Wahl treffen.

Wie blickst du auf deine Welt? Was glaubst du und warum? Sind deine Überzeugungen die Resultate eigener Erfahrungen? Oder glaubst du das, was man dir erzählt hat? Zuhause, in der Schule, im Beruf, durch Zeitung, Fernsehen, internet? Wie entscheidest Du, was wahr ist und was nicht?

Du mußt dein Ändern leben.

Was spricht dagegen, meine These auf die Probe zu stellen? Für eine Woche könnte man sich vornehmen, möglichst viel Augenmerk auf das zu legen, was einem Freude bringt, sei es auch nur in Gedanken und auf die kleinen Ärgernisse des Alltags anders als gewohnt reagieren. Möglichkeiten dazu bieten sich immer und überall: Beim Einkaufen das Stehen in der Schlange an der Kasse zu nutzen, der Kassiererin wohlgesonnene und mitfühlende Gedanken zu schicken, anstatt sich über die Wartezeit zu ärgern. Schließlich werden wir allemal den Laden eher verlassen als sie. Vorher kann man sich aber noch über das Lächeln des Kleinkindes freuen und es erwidern, wenn sich die Automatiktür durch sein Vorbeigehen immer wieder öffnet, anstatt nach dem seine Aufsichtspflicht verletzenden Erziehungsberechtigten Ausschau zu halten. Auf dem Nachhauseweg sind nur freundliche Verkehrsteilnehmer anzutreffen, anstatt Vollidioten. Es ist in beiden Fällen unsere Einschätzung, weil wir sie tatsächlich nicht kennen. Warum also nicht annehmen, nur von netten Menschen umgeben zu sein? Sich das Wunderwerk und die Fähigkeiten unseres Körper vergegenwärtigen, anstatt vorm Spiegel über etwaige Abweichungen von Idealmaßen zu klagen. Sich selbst für das, was einem gut gelingt Anerkennung zollen, anstatt auf das zu blicken, was andere vermeintlich besser können. Und vor allem: Dankbarkeit zu empfinden für das, was man besitzt, anstatt daran zu denken, was einem fehlt. Die Aufzählung soll nur ein kleiner Anreiz sein und läßt sich natürlich fortsetzen.

Ich bin davon überzeugt (und zwar aus eigener Erfahrung), daß sich ziemlich bald positive Veränderungen in deinen DSCF2201persönlichen Beziehungen und in sonstiger Weise bemerkbar machen werden. Ganz zu schweigen von deiner besseren Laune. Ein anderes Sprichwort sagt: “ Wie es in den Wald hineinschallt, schallt es heraus.“ Oder noch eines: „Du erntest, was du säst.“ Bist du freundlichen Gemütes, begegnet dir Freundlichkeit. Wenn nicht, auf jeden Fall eine neue Möglichkeit, dich darin zu üben. Viel Spaß beim Lächeln.

Ich bin gespannt, ob mir jemand seine Ansicht mitteilt. Platz dafür bietet das Kommentarfeld weiter unten.

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